Pressearchiv

31.07.2008
Bürgerbüro Thema für neue Abgeordnete
Boxhorn-Antrag ist noch diskussionsbedürftig
Doberlug-Kirchhain. Auch wenn der CDU-Stadtverordnete Thomas Boxhorn die Einrichtung „eines Bürgerbüros für eine bürgerfreundliche Verwaltung der Stadt Doberlug-Kirchhain“ für „längst überfällig“, hält, wird es wohl eher ein Thema für die neuen Abgeordneten nach den Kommunalwahlen im September.
Doberlug-Kirchhain. Auch wenn der CDU-Stadtverordnete Thomas Boxhorn die Einrichtung „eines Bürgerbüros für eine bürgerfreundliche Verwaltung der Stadt Doberlug-Kirchhain“ für „längst überfällig“, hält, wird es wohl eher ein Thema für die neuen Abgeordneten nach den Kommunalwahlen im September. Das unterstreicht Bürgermeister Bodo Broszinski, der gleichfalls erklärt, dass Boxhorn in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung die „Veraltung auf etwas hinweist, was sie ohnehin schon machen möchte.“ In Frühjahr hatte der Bürgermeister mit der Vorstellung der neuen Verwaltungsstruktur im Rathaus auch die Einrichtung eines Bürgerbüros als Ziel formuliert.
Boxhorn begründete: „Viele Bürgerrinnen und Bürger arbeiten unter der Woche oder tagsüber auswärts und können die Öffnungszeiten der Stadtverwaltung nicht in Anspruch nehmen. Deshalb soll das neue Bürgerbüro auch jeden 1. und 3. Samstag des Monats von 8 bis 12 Uhr für jede Bürgerin und Bürger geöffnet sein.“ Derzeit können Melde- und Passangelegenheiten an einem Samstag im Monat erledigt werden. Boxhorn wünscht sich aber mehr Angebote: Arbeitslosengeld-II-Bezieher sollten „alle Anträge und Formulare im Bürgerbüro erhalten können, damit ihnen der lange Weg zur Arge Job-Center Herzberg erspart“ bliebe.
Gerade zum Aufgabenfeld gibt es aber gegenteilige Auffassungen. Nicht nur Stadtverordnetenvorsteher Lutz Kilian (SPD) sieht da noch Diskussionsbedarf. Harald Sacher (FDP) erklärt, das den Personalausweis ausgeben das eine sei, eine Antwort zu einem Bauantrag könne beispielsweise nicht jeder Mitarbeiter geben. Gerd Setzermann (PDS) räumt ein: „Man kann nicht von heute auf morgen ein Bürgerbüro haben. Das sollten Abgeordnete auch nicht erwarten.“ Klaus Rippe regt die Verwaltung an, schon jetzt in Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen zu treten und ein Bürgerbüro bei der Erarbeitung eines Personalkonzepts zu berücksichtigen.
Inge Schulz, die sich im Rahmen der Doppik-Einführung mit der Bildung des Produkts „Bürgerbüro“ beschäftigt, erklärt: „Das ist eine Dienstleistung, die von uns erwartet wird. Allerdings erwarten die Bürger auch die entsprechende Kompetenz der Mitarbeiter. Anträge für die Arge und das Arbeitsamt auszugeben, dass ginge mir zu weit.“ Hier sieht sie die Pflicht bei den anderen Ämtern, die besser Auskunft geben könnten.
Zudem seien die Raum- und Kostenfrage zu klären. „Gerade die CDU-Fraktion hat bei mehreren Grundsatzbeschlüssen in der Vergangenheit immer die Frage nach den finanziellen Auswirkungen gestellt“, erinnert Bürgermeister Broszinski. „Plötzlich soll die Stadtverwaltung Aufgaben übernehmen, die durch eine Vereinbarung mit dem Kreis abgedeckt sind.“ Boxhorn entgegnet: „ Unsere Verwaltung sollte nicht schlechter sein als andere. Deswegen ist das Vorhaben Bürgerbüro schnellsten umzusetzen.“
aktualisiert von Boxhorn Thomas, 05.11.2009, 19:09 Uhr