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17.07.2008, 08:46 Uhr
Bei Grillfest Lust auf Wahlkampf geholt
Kurzweilliges CDU-Wahlkampf-Vorgeplänkel / Zwölf-Punkte-Programm vorgelegt

Bratwurst, Schaschlik, Kartoffelsalat und frisches Gemüse – die CDU Elbe-Elster hat sich am Dienstag in der Gaststätte Winzer in Pechhütte bei Finsterwalde beim Grillfest Kraft geholt für einen möglicherweise kurzen, aber intensiven Wahlkampf nach den Sommerferien. Knapp 100 Parteimitglieder und Sympathisanten waren der Einladung gefolgt. In launiger Politatmosphäre stellte die Partei ihr Wahlprogramm, die Spitzenkandidaten der sechs Wahlkreise für den Kreistag Elbe-Elster und die Werbematerialien für den Wahlkampf vor.
Die CDU-Spitzenkandidaten für den Kreistag zur Kommunalwahl im September 2008: v.l. Rainer Genilke, Ute Lubk, Thomas Boxhorn, Anja Heinrich, Christian Jaschinski, Gerd Rothaug
War es ein Fingerzeig, dass der Vorsitzende der Kreis-CDU, der Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, die Tische für die lockeren Gesprächsrunden genau neben dem Eingang zur Bar mit dem Verheißungsvoll klingenden Namen „Zur Freudengrotte“ aufstellen ließ? Der CDU-Chef machte jedenfalls von Beginn an keinen Hehl aus der Absicht, im September Freudentänze vollführen zu wollen. Schließlich stehe das Ziel: Man wolle stärkste Partei im Kreistag werden und dies danach auch gebührend feiern.
Das Wahlprogramm umfasst zwölf Hauptschwerpunkte mit mehreren Unterpunkten und reicht über die Themen Kreisentwicklung, Wirtschaft, Verkehr, Bildung, Sicherheit, Kultur, Haushalt/Finanzen bis hin zu Soziales, Jugend, Senioren, Umwelt/Naturschutz und Ehrenamt. Dabei sind die Komplexe Wirtschaft, Bildung und Verkehr besonders ausführlich und oft auch konkret untersetzt. So fordert die CDU unter anderem, Elsterwerda in den Regionalen Wachstumskern Westlausitz aufzunehmen. Mehr als bisher müsse sich die zentrale Lage des Landkreises zwischen den Ballungsräumen auch als struktureller Vorteil entwickeln. Kommunen dürfen keine Kürzungen der Schlüsselzuweisungen mehr hinnehmen sollen, wenn sie ihre Gewerbesteuersätze nicht dem oft darüber liegenden Landesdurchschnitt anpassen. Den Bundeswehrstandorten Doberlug-Kirchhain und Schönewalde/Holzdorf gelte höchste Aufmerksamkeit.
Konkret listet die Elbe-Elser-CDU ihre Prioritäten beim Ausbau der Verkehrswege auf und nennt nach dem erreichten Planungsstand der B 183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda vor allem den Ausbau der B 169 inklusiv Ortsumgehungen zwischen Schwarzheide und Elsterwerda als vordringlich. Der dreistreifige Ausbau der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda sei ebenso wichtig. Unverständlich gibt es für den Stillstand auf den B 183-Abschnitt nach Torgau und für die gestoppten Planungen der B 87 von Herzberg nach Luckau. Finsterwalde müsse als Teil des Wachstumskerns Westlausitz wieder eine direkte Zugverbindung nach Berlin erhalten, die Strecke Berlin-Dresden sei mit dem Blickwinkel Flughafen Berlin-Brandenburg zielgerichtet auszubauen. Die Attraktivität der Bahnhöfe Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain und Falkenberg sei durch weitere Verkehrshalte zu erhöhen.
Beim stark untergliederten Thema Bildung sticht vor allem die Forderung nach einer Leistungs- und Begabtenklasse am Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda hervor. Das Campus-Modell in Finsterwalde müsse zügig Realität werden, Praxis lernen soll nach Willen der CDU flächendeckend eingeführt werden. Kindertagesstätten müssten wieder mehr zu Bildungsstätten werden. In der Musik- und Volkshochschule solle die ausgezeichnete Qualität beibehalten werden, allgemeine Förderschulen, Oberstufenzentren und das Schullandheim Täubertsmühle sowie die Herbergen in Uebigau und Gröden müssen erhalten bleiben.
Die CDU unterstütze das bestreben, die F 60 bei Lichterfeld, des Kraftwerk Plessa und die Brikettfabrik „Louise“ Domsdorf als Weltkulturerbe der UNESCO anzuerkennen. Zu den Diskussionen um die Zulässigkeit der Job-Center erklärt die Partei, dass der Landkreis die Aufgaben in alleiniger Regie ausführen solle, weil man den Einwohner Leistungen „Aus einer Hand“ bieten wolle.
Den „Scharfen“ Wahlkampf der CDU solle es nach der Auftaktveranstaltung am 31. August in Herzberg geben.

Vom Grillfest der CDU


Katherina Reiche als Gast begrüßt
Auf dem Grillfest wurde die neu gewählte Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Potsdam, Katherina Reiche, begrüßt. Sie bezeichnete ihren Bundestagskollegen Michael Stübgen als einen Mann, der in Berlin für „verlässliche, geachtete und erfolgreiche Politik“ stehe. Angesichts der Debatten in der Bundes-SPD und dem Schlingerkurs in Bezug auf die Linke meinte sie: „Wenn die SPD so weitermacht, begeht sie politischen Selbstmord, und die Linke leistet aktive Sterbehilfe.“

Vorstellung in knappen Gesprächsrunden
Kurzweilig war die Vorstellung der Spitzenkandidaten der jeweiligen Wahlkreise. In lockeren Gesprächen mit dem Kreisvorsitzenden benannten sie Schwerpunkte in ihren Wahlkreisen und stellten sowohl sich als auch ihr Team auf der Liste vor. Dabei präsentierten sich die Herren (es gab nur große Konfektionsgrößen) in den orangefarbenen T-Shirts mir der Aufschrift „Land der IdEEn“ – CDU Elbe-Elster. Zum Abschluss erhielt jeder den „Prototyp“ seines Wahlkampfplakates überreicht.

Werbematerialien vorgestellt
Neben Wahlplakaten und Flyern setzt die CDU Elbe-Elster im Wahlkampf stark auf das Internet. Schon jetzt sei das Wahlprogramm nachzulesen. Darüber hinaus soll es spezielle Postkarten geben, die auf der Vorderseite alle Kandidaten auf der jeweiligen Liste zeigen. Auf der Rückseite solle in Kurzfassung stehen, wofür die Kandidaten eintreten. Herausgegeben werden zudem Pflaster mit der Aufschrift „Schnelle Hilfe – CDU“ und Seifenblättchen mit dem Schriftzug „Politik, die sich gewaschen hat.“
aktualisiert von Boxhorn Thomas, 23.12.2008, 14:55 Uhr